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Es ist vorbei... :(

Trauer überwältigt mich noch immer. Mein Vater hat sein Leid am letzten Wochenende überstanden.

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Jetzt wird das Übliche geschehen. Die Beerdigung. Eigentlich nichts besonderes. Allerdings nicht bei uns....

Habt ihr schon mal von Friedwäldern gehört?

Magisch! Etwas schöneres könnte ich mir für meinen Vater nicht wünschen. Es passt zu ihm und ist genau das, was er sich wünschen würde.

Ein Friedwald ist ein Waldgrundstück, auf welchem sich Menschen unter Bäumen beisetzen lassen können. Voraussetzung ist eine Einäscherung. Hat man bereits zu Lebzeiten einen Baum ausgesucht (ja, das geht!) oder die Angehörigen bzw. ein Förster einen passenden gefunden haben, dann kann der Verblichene unter diesem beigesetzt werden. Durch die biologisch abbaubare Urne wird sich der Baum irgendwann von den Mineralstoffen aus der Asche ernähren, man lebt also quasi im Baum bzw. durch ihn weiter.

Das Besondere an diesem Wald ist zusätzlich, dass er naturbelassen bleibt. Es gibt hier keine Rodungen (das wäre kontraproduktiv) und auch der Waldboden wird nur von Ästen gesäubert, wenn man nicht mehr durchkommt. Traditionellen Grabschmuck gibt es hier nicht. Je nach Jahreszeit bietet der Wald eigenen Schmuck, Buschwindröschen, Eiskristalle oder buntes Laub sind sowieso viel schöner. Kerzen sind im Wald natürlich nicht erlaubt, was ja logisch sein sollte.

Alles in allem finde ich, dass der Wald ein sehr tröstlicher, magischer Ort ist, der auch Trauernden ein wenig mehr Ruhe und Kraft spenden kann, wenn sie sich darauf einlassen.

Zu sagen ist allerdings Folgendes: Wenn sich der Verstorbene ein kirchliches Begräbnis gewünscht hat, ist der Friedwald kritisch. Katholische Priester dürfen von der Kirche aus nicht auf "ungeweihten" Plätzen ihren Segen sprechen. Generell ist die Kirche ja sehr konservativ und begegnet den Friedwäldern eher mit Abneigung (vorsichtig gesprochen), denn für sie stellen diese Wälder einen gefährlichen Zugang zu Naturreligionen dar, den sie nicht unterstützen wollen.

Es ist natürlich jedem selbst überlassen, wie er/sie zu solchen "alternativen Methoden" steht, jedoch finde ich dass auch Menschen, die sich gerne in der Natur aufgehalten haben oder einfach den Gedanken hinter dieser Art von Grab gut finden, diesen Wunsch erfüllt bekommen sollten.

Für mich persönlich macht eine Taufe noch keinen guten Christ. Verhalten und Lebensführung sollten die maßgeblichen Punkte sein, nicht ob man immer brav seine Steuer entrichtet hat. Daher denke ich auch, dass es einem gläubigen Christ nicht verwehrt werden sollte, in einem Friedwald eine christliche Beerdigung zu bekommen.

Mein Vater ist bereits vor Jahren aus der Kirche ausgetreten und daher stellte sich nie die Frage, ob ein Priester anwesend sein muss oder nicht. Daher könne wir getrost in den Wald gehen, ohne Angst haben zu müssen, dumm angemacht zu werden (entschuldigt meine Ausdrucksweise).

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und ich wünsche euch alles Liebe,


eure RIA
15.4.14 11:22
 
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