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I. Sie sind unter uns

Es ist komisch. Alles hat sich verändert. Und das in nur so kurzer Zeit. Langsam gehe ich durch die Stadt. Alles scheint dunkel und heruntergekommen. Einst war sie schön, voller Leben und glücklichen Menschen. Doch nun waren andere Zeiten angebrochen.

Wie das passiert ist? Nun, ich habe keine Ahnung. Keinen blassen Schimmer! Das ist es, was mich verrückt macht. Ich weiß nur, dass es etwas mit mir zu tun zu haben scheint.

 

Ich sollte mich zunächst vorstellen. Ich bin Raven, naja, eigentlich heiße ich Riannon. Aber Raven ist mein Spitzname, seit ich in meiner Kindheit von einem Raben gebissen wurde. Die Narbe habe ich heute noch als Andenken an meiner linken Wange.

In wenigen Tagen werde ich 25 Jahre alt. Und immer noch hänge ich hier in dieser Stadt herum. Ich sollte mehr aus meinem Leben machen... Aber schieben wir die schlechten Gedanken bei Seite, es gibt wichtigeres zu tun!

 

Die Häuser scheinen enger zu stehen als ich es gewohnt war. Gassen erschienen schmaler, dunkler und unfreundlicher. Zudem regnet es. Ich ziehe meine Kapuze tiefer ins Gesicht. Es begegnen mir nur ein paar Menschen... oder zumindest Kreaturen, die sich wie Menschen kleiden. Es fing vor ein paar Tagen an, ich begann Dinge, die ich jahrelang im Traum gesehen hatte in der Wirklichkeit wieder zu sehen. Immer öfter erscheinen diese Dinge, diese Kreaturen. Ich habe das Gefühl, sie sind sehr alt und waren schon immer da, nur dass ich sie bisher nicht erkannt habe.

Ich biege unauffällig in eine Gasse ein, die mich in den Hinterhof eines großen, typischen Stadthauses führte. Es war ein dreistöckiges Gebäude, an der Fassade waren aufgesetzte Steinsäulen und Verzierungen um die Fenster. Die Mülltonne, die genau unter einem kleinen Leck in der Regenrinne steht, gibt das metallische Klopfen der auf sie prasselnden Tropfen wieder. Langsam steige ich die Stufen hinauf und hoffe, dass mich niemand beobachtet. Als ich die massive Eichentür erreiche, hebe ich die Hand um mich bemerkbar zu machen, doch das ist nicht nötig - sie schwingt in genau dem Moment knarzend auf, in welchem meine Handfläche sie berührt hätte. Edgar steht vor mir. "Komm rein!", ist seine einzige Begrüßung und ich lasse nicht lange auf mich warten und trete ein. Endlich im Trockenen.

Wir gehen wortlos in die Küche, erst dort scheint Edgar bereit zu sein, richtig mit mir zu reden. "Ria, wie geht es dìr?" Edgar ist der einzige, der mich noch so nennt. Vielleicht liegt es daran, dass er einst mein Lehrer war. Vielleicht möchte er aber auch einfach nicht den letzten Funken Normalität verlieren.

"Es geht. Es wird mehr. Ich sehe sie jetzt schon tagsüber." Besorgt schaut Edgar mich mit seinen grauen Augen an. Während er mir eine Tasse seines berühmten Kamillentees eingießt und ich mich an den Tisch setze, fährt er fort: "Da kannst du nichts dagegen tun. Ich weiß, es ist unheimlich. Aber ich weiß auch, dass du stark genug dafür bist. Sonst hätte ich nicht dich ausgesucht." Lächelnd stellt er mir eine dampfende Tasse hin, die ich dankend annehme und meine Hände daran wärme. Meine Jacke hängt triefend in einer Ecke, der Dielenboden wird darunter nass. Es ist egal.

"Ja, ich... ich bin stark. Aber warum ich? Ich meine, das kann doch nicht wirklich dein Ernst sein!" Wieder stelle ich diese Frage. Und im selben Moment wird mir erneut klar, dass es keine Frage des Wollens ist, sondern Bestimmung. Ich war dazu bestimmt, das wahre Gesicht dieser Welt zu sehen und gleichzeitig denen zu helfen, die unschuldig waren.

 

 Fortsetzung folgt... 

17.3.14 14:08
 
Letzte Einträge: III. Das Buch, How to be myself?!, Wie man das Lächeln wieder lernt, Magische Beauty-Maske, Musiktipps und viel mehr, Ein neuer Sommer..., Long time no Schreib...


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